Benefizkonzert Andreas Domberts zugunsten der Leukämiehilfe Ostbayern

Benefizkonzert Andreas Domberts zugunsten der Leukämiehilfe Ostbayern begeistert in der Kraftzentrale mit Minimal Music

Die Atmosphäre ließ sich mit der einer Underground-Show Berlins vergleichen, als Andreas Dombert am Freitagabend in der Kraftzentrale war. Seine Minimal Music war zu hören und das urbane-moderne Ambiente der Kraftzentrale bot die perfekte Voraussetzung, um sich darauf einzulassen. Denn das war die Bitte des Solokünstlers Dombert an sein Publikum: Dass die Zuhörer ihm Zeit schenken und sich auf die Musik einlassen. Andreas Dombert nahm sich vor der Show Zeit, seinem Publikum den Inhalt zu erklären. Der gebürtige Straubinger war zurück in seine Heimatstadt gekommen, um zum ersten Mal in der Kraftzentrale zu spielen. Auch der Inhalt der Show ist so noch nie aufgeführt worden: So mancher Teil der Kompositionen wurde live improvisiert, da er noch nicht fertig komponiert war.

Wie Domberts Sohn seine Lieder interpretiert

Der Abend war in zwei Sets eingeteilt. Sie unterschieden sich dadurch, dass im ersten Teil nur Eigenkompositionen aufgeführt wurden und nach der Pause zwei Stücke Steve Reichs vorgespielt wurden. Zwischendurch traf man sich im Nebenraum der Kraftzentrale, um sich an der Bar eine Erfrischung zu holen, aber auch um sich über Andreas Dombert selbst oder den guten Zweck des Konzerts zu informieren. Denn der gesamte Erlös des Abends wird der Leukämiehilfe Ostbayern gespendet und kommt so dem Bau des Patientenhauses auf dem Gelände der Universitätsklinik Regensburg zugute.

In der Minimal Music gehe es um eine Reduktion der Musik, erklärte Dombert und räumte ein, dass dies eine sehr vereinfachte Definition sei und dass man behaupten könne, Minimal Music sei einfach „weniger als normale Musik“. Dass diese jedoch keineswegs weniger Emotionen übermittelt oder weniger ansprechend ist, bewies er mit seiner Eigenkomposition. „Like the Birds Sing“ – so hieß das erste Set. Ein Name, der von Domberts Sohn stammt: Der behauptete nämlich, das Lied höre sich an wie zwitschernde Vögel. Zwar verstehe Dombert nicht, wie der Sohn auf diese Verbindung kam, jedoch fand er den Namen trotzdem passend, erklärte er lachend.

Durch Domberts Musik wird eine Bandbreite an Emotionen hervorgerufen und jeder Ton hat durch die Reduktion seinen Zweck und seine absolute Daseinsberechtigung. Die Atmosphäre ändert sich bei jedem Lied und auch Dombert sammelt sich nach jedem Set.

Nominierung für den Echo-Jazz

Während des Konzerts ist eine angenehme Stille im Raum, jeder Laut trifft auf eine solche Antizipation, dass sogar das Öffnen eines Reißverschlusses überdurchschnittlich laut erscheint. Zwischendurch jedoch gibt es auch unabsichtlich witzige Momente – zum Beispiel wenn Domberts Loop-Maschine nicht so funktioniert, wie sie sollte.

Minimal Music habe Dombert 2015 aus einem „musikalischen Loch“ geholt, sagte er und man merkte, mit welcher Leidenschaft und Freude er auf der Bühne sitzt und die Saiten seiner Gitarre zupft. So ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass Dombert dieses Jahr für den Echo-Jazz der Deutschen Phono-Akademie nominiert wurde. Den Abschluss des Konzerts in der Kraftzentrale bildete „Electric Counterpoint“, nachdem Andreas Dombert nochmals seinem Team, Franz Bast und Thomas Anleitner, herzlich dankte.

Quelle Text und Bild: Straubinger Rundschau