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Brückenpflege   Brücke zwischen Krankenhaus und Zuhause  
   

 

Brückenpflege

Ein Projektentwurf zur Verbesserung der Versorgung leukämiekranker und knochenmarktransplantierter Patienten am Klinikum der Universität Regensburg

Hintergrund

Die Brückenpflege, als ein besonderer Krankenhausdienst zur Verbesserung der häuslichen Versorgung krebskranker Patienten wurde vor etwa zehn Jahren mit großem Erfolg in Baden-Württemberg an Tumorzentren und onkologischen Schwerpunktkrankenhäusern eingerichtet. Um Krebspatienten lange Krankenhausaufenthalte zu ersparen und so viel Zeit wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zuhause zu ermöglichen, sollen speziell geschulte Mitarbeiter für den Patienten eine "e;Brücke"e; bauen zwischen Schwerpunktklinik und häuslichem Bereich.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird bereits während der Zeit des Klinikaufenthaltes der häusliche Hilfsbedarf gemeinsam mit dem Patienten und dessen Angehörigen ermittelt. Bei Entlassung steht das Team der Brückenpflege den Patienten, seinen Angehörigen, den Hausärzten und Pflegediensten vor Ort in der Organisation und Koordination der pflegerischen und ärztlichen Versorgung zur Seite und sorgt dafür, dass alle für die Familie notwendigen Hilfen und Helfer miteinander vernetzt werden.

Die Situation leukämiekranker und knochenmarktransplantierter Patienten

Patienten die an Leukämie erkranken und/oder eine Knochenmarktransplantation benötigen, stehen gemeinsam mit ihren Familien stets vor schwerwiegenden Problemen. Innerhalb kürzester Zeit müssen Lebensführung und –planung komplett umgestellt werden. Es sind lange Krankenhausaufenthalte von ungewisser Dauer erforderlich, die Arbeit im Beruf oder zuhause kann nicht mehr ausgeübt werden, wann und ob eine Rückkehr an den Arbeitsplatz möglich ist, kann zunächst nicht abgeschätzt werden. Dies bedeutet große Belastungsproben – oft auch finanzieller Art – für alle Betroffenen. Hier sind akute Hilfen im Sinne eines “Case-Managements” bereits im Krankenhaus erforderlich. Nach Entlassung herrscht meist große Verunsicherung über notwendige Verhaltensweisen zuhause. Die vorhandenen ambulanten Strukturen sind auf die sehr komplexen und spezifischen Probleme dieser Patienten nicht eingestellt und Hausärzte und Pflegedienste vor Ort bitten immer wieder um Unterstützung. Hier können Hausbesuche durch vertraute, sachkundige Pflegekräfte aus der Klinik und die Einrichtung eines Ruf- und Notdienstes helfen, Unsicherheiten abzubauen, Probleme vor Ort zu lösen und so den “Nestschutz”, den die Patienten im Krankenhaus genossen haben, nach Hause zu erweitern. Dies kann dem Patienten und seiner Familie zeit- und kostenaufwändige Vorstellungen in der Klinik ersparen.

Zielsetzungen der Brückenpflege

Ziel ist es, die Wiedereingliederung und Stabilisierung im Alltag zuhause zu fördern und die Qualität der heimischen Versorgung sicherzustellen. Dies soll erreicht werden durch:

  • “Case-Management” gemeinsam mit dem psychosozialen Dienst schon während der Zeit des stationären Aufenthaltes, um frühzeitig die notwendigen sozialen Hilfen und Unterstützungen zu definieren, die Patienten und Familie benötigen.
  • Frühzeitige Planung der Entlassung, um die optimale pflegerische und medizinische Versorgung des Patienten zuhause vorzubereiten. Unterstützung des Hausarztes und der Pflegedienste vor Ort im “Management” von auftretenden Problemen telefonisch aber auch durch Hausbesuche.
  • Begleitung und Beratung von Patienten und Angehörigen zu Hause.