Mit Fitness gegen den Krebs

Beim Kampf gegen den Krebs kommt es nicht auf die Hochleistungsmedizin allein an: Körperliche Aktivität  reduziert nach einer Tumorerkrankung nachweislich die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung. Mit Sport können Krebspatienten ihre Lebensqualität steigern, sich fit für den Alltag machen und ihre Genesung aktiv beeinflussen. Bewegung wirkt außerdem dem Fatigue-Syndrom entgegen, einer erkrankungsbedingten Erschöpfung.

Jedoch ist ein Fitnessstudio für Krebspatienten nicht unbedingt der beste Ort, um zu trainieren. Sei es, weil das Immunsystem noch zu schwach für große Menschenansammlungen ist oder aber die Patienten von der Krankheit gezeichnet sind und sich in der Öffentlichkeit damit nicht wohlfühlen. „Die Leukämiehilfe Ostbayern finanziert bereits seit acht Jahren am UKR eine Sportgruppe speziell für Krebspatienten im geschützten Raum der Physiotherapie. Ab März werden wir unser Engagement hier mit dem Programm ‚Fit for Cure‘ ausbauen. Dann erhalten alle ambulanten onkologischen Patienten des UKR Zugang zu einer individuellen und spezialisierten physiotherapeutischen Betreuung“, erklärt Professor Dr. Reinhard Andreesen, 1. Vorsitzender des Fördervereins Leukämiehilfe Ostbayern e.V.

„Fit for Cure“ beinhaltet:

  • onkologischen Rehasport,
  • ein spezielles Gerätetraining (SGT),
  • eine kostenlose physiotherapeutische Sprechstunde
  • Yogakurse bei und nach Krebs

Das Programm wird zunächst komplett von der Leukämiehilfe Ostbayern e.V. finanziert. Ab Herbst 2018 soll der onkologische Rehasport als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkasse angeboten werden können.

Vom Infusomaten auf den Berggipfel   

„Im onkologischen Rehasport führen die Teilnehmer nach individueller Anleitung Bodentraining ohne Geräte durch. Beim SGT trainieren vorranging Leukämie- und Lymphompatienten gezielt an professionellen Großgeräten. In der physiotherapeutischen Sprechstunde ‚Das offene Ohr‘ beraten wir Patienten zu einem für sie geeigneten Sportprogramm und geben Übungsanleitungen“, beschreibt Sebastian Meier, Leiter der Physiotherapie des Universitätsklinikums Regensburg, Teile des von ihm mitentwickelten Konzepts „Fit for Cure“. Zwei Mal wöchentlich fördert ergänzend dazu die auf Krebs spezialisierte Yogalehrerin und ehemalige onkologische und palliative Gesundheits- und Krankenpflegerin Martina Meier mit dem Kurs „Yoga für Krebspatienten“ die physische und psychische Stärkung durch angepasste Yogaübungen.

Bereits seit 2010 existiert am UKR eine von der Leukämiehilfe Ostbayern e.V. finanzierte onkologische Sportgruppe unter der Leitung von Sebastian Meier. Die Trainingsziele der Teilnehmer sind so unterschiedlich wie sie selbst und reichen von der  Linderung von Schmerzen bis zur Verbesserung der Fitness für den Wiedereinstieg in den Job. „Einer meiner Patienten wollte einen Berggipfel erklimmen und hat es nach zwei Monaten Training tatsächlich geschafft“, erinnert sich der Physiotherapeut an einen Teilnehmer seiner Onko-Sportgruppe.

Weitere Informationen zu „Fit for Cure“ erhalten Sie bei:

Sebastian Meier (Leiter Physiotherapie UKR)
Sebastian-florian.meier(at)ukr.de
Tel: 0941-944 6891