Aktuelles

21. Regensburger Leukämielauf

Über 3500 Läufer waren für den 21. Leukämielauf in Regensburg gemeldet. Die Spenden fließen in ein Sportzentrum.

Christian Höfler vom Läuferteam Netto ist außer Atem. „Für einen ungeübten Läufer nicht einfach, aber machbar“, urteilt der 34-Jährige kurz nach seinem Fünf-Kilometer-Lauf. Gemeinsam mit 39 Kollegen der Discounter-Kette ging er beim 21. Lauf der Leukämiehilfe Ostbayern an den Start. Laufen ist keine große Leidenschaft von Höfler, aber hier gehe es um die gute Sache: „Es macht Spaß und gleichzeitig kann man helfen“, sagt er. Die insgesamt 3507 gemeldeten Läufer am Start im RT-Stadion am Oberen Wöhrd konnten zwischen mehreren Disziplinen wählen. Angeboten wurde eine Distanz über fünf Kilometer, eine Zehn-Kilometer-Strecke, für Kinder eine 1,5 Kilometer-Runde und zudem ein Nordic-Walking-Wettbewerb. Das Wetter meinte es gut mit den Läufern. Immer wieder zeigte sich die Sonne, trotzdem war es kühl. „Genau das richtige Laufwetter“, urteilte Stadtrat Thomas Burger, der beim Fünf-Kilometer-Lauf den Startschuss gab. Alle Altersklassen von 1937 bis 2013 waren in den verschiedenen Disziplinen vertreten. Manche liefen mit Kinderwägen, andere hatten ihre Hunde dabei. Seit einigen Jahren sind auch inklusive Laufteams am Start, bestehend aus einem Menschen mit Handicap im Rollstuhl und einem Läufer, der schiebt. Die Laufstrecke im Rollstuhl zu erleben, sei zwar ein wenig holprig, „aber es macht Spaß“, sagt Dirk Kuhn, der von Guy Vince angeschoben wurde. „Er ist schneller als ich im Ziel“, scherzt dieser und man merkt beiden an, wie viel Spaß sie dabei haben.

Zeichen der Solidarität

Bereits nach 17 Minuten erreichen die ersten Läufer des Fünf-Kilometer-Laufs wieder das Ziel. Ganz vorne mit dabei der achtjährige Marvin Wieland, der in diesem Jahr bei den Erwachsenen laufen wollte. „Ich trainiere bei der Kinderleichtathletik“, erklärt er sein Tempo. Dicht hinter ihm lief sein Vater in die Zielgerade ein. „Den Endspurt wollte ich ihm überlassen“, sagt er. Der Zwillingsbruder Finn hat sich in diesem Jahr für die Kinderstrecke entschieden. „Das reicht mir“, erklärt er. „Wir finden die familiäre Atmosphäre des Wettbewerbs toll“, betont der Vater.

An den Start ging auch der Gründer des Laufs, Professor Reinhard Andreesen. „Ich bin voller Dankbarkeit“, sagt er. „Seit 21 Jahren setzen wir ein Zeichen der Solidarität für erkrankte Menschen. Das wärmt das Herz.“ Die gesamten Spendengelder des heutigen Laufs sollen für ein neues Bewegungszentrum verwendet werden, in dem Kranke Sport treiben können. „Wir wissen inzwischen, mit Sport vertragen die Menschen die Chemotherapie besser“, erklärt er. Viele hätten aber Angst, reguläre Fitnessstudios zu besuchen.

Bei den Nordic Walkern ging auch Vize-Weltmeister Wolfgang Scholz verletzt mit einer Fersenablösung an den Start. „Der Leukämielauf ist ein Pflichttermin für mich“, sagt er.

Begehrter Ehrengast für Fotos und Autogramme war in diesem Jahr wieder Fußball-Weltmeister Klaus Augenthaler. „Mein Großvater hatte Leukämie“, erklärt er. „Daher ist es mir wichtig, hier zu helfen.“ In Planung sei ein weiteres großes Event in Regensburg, das Geld in die Kasse der Leukämiehilfe spülen soll, kündigt er an.

Wie in den Vorjahren konnten sich die Teilnehmer und Besucher auf dem Gelände wieder typisieren lassen. Ein Angebot, das von vielen Läufern und ihren Begleitern angenommen wird.

Große Spendenbereitschaft

Alle Startgelder sowie Spenden von Firmen fließen in das Projekt. Zu nennen sind hier das Armin-Wolf Laufteam, der Kneitinger Stammtisch, die Sparda Bank, der BVB-Fanclub, Sophie Brücklmeier, Personal I.K. Hofmann, Peppex Sports und als Trikotsponsor die Maschinenfabrik Reinhausen. Sebastian Mannes vom Food-Truck Black Burrito spendet seine Tageseinnahmen. Der 30-Jährige erkrankte als 14-Jähriger selbst an Krebs. „Ich habe viel Hilfe erfahren und die möchte ich heute, wo es mir wieder gut geht, zurückgeben“, sagt er. Zudem unterstützen 150 Ehrenamtliche vom LLC Marathon, aus den Kliniken, vom Malteser Hilfsdienst und der Leukämiehilfe das Event. „Ohne sie wäre es nicht machbar“, betont Anna-Maria Thurow, die Geschäftsführerin der Leukämiehilfe.

 

Quelle: MZ. Vielen Dank an Martina Groh-Schad für die freundliche Berichterstattung